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Bockenheim Kriminalität 2026: Zahlen, Delikte und Trends

Wie sicher ist Bockenheim? Aktuelle Daten der Polizei Hessen (Stand 2025) für Frankfurt, die wichtigsten Delikte und eine ehrliche Einordnung, warum es keine Stadtteil-Zahlen gibt.

Von Manuela Böhm | 1. Juli 2026
Bockenheim Kriminalität 2026: Zahlen, Delikte und Trends © Foto: GeorgDerReisende / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Die Straßenbahnhaltestelle Nauheimer Straße in Bockenheim.

Wer in Bockenheim wohnt, kennt die belebte Leipziger Straße, das Studentenmilieu rund um die Bockenheimer Warte und die dichte Mischung aus Altbau, Universität und Geschäftsleben. Damit drängt sich die Frage auf: Wie sicher ist es in Bockenheim eigentlich, und wie steht der Stadtteil im Vergleich zur Gesamtstadt da?

Wir haben die Polizeiliche Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Frankfurt[1] und die Daten des Bürgeramts, Statistik und Wahlen der Stadt Frankfurt[2] ausgewertet. Wichtig vorab und ehrlich gesagt: Anders als etwa Berlin veröffentlicht die hessische Polizei keine Kriminalitätszahlen auf Stadtteilebene. Es gibt also keine offizielle Tabelle, die für Bockenheim eine eigene Fallzahl ausweist. Alle belastbaren Zahlen in diesem Artikel beziehen sich daher auf das gesamte Frankfurter Stadtgebiet. Wo wir etwas über Bockenheim selbst sagen, kennzeichnen wir das deutlich.

Warum gibt es keine Bockenheim-Zahlen?

Die Polizei Hessen erhebt die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) nach Polizeipräsidien, nicht nach Stadtteilen. Bockenheim gehört zum Zuständigkeitsbereich des 13. Polizeireviers, das auch das nördliche Gallus und Teile des Westends abdeckt.[3] Eine offizielle, stadtteilscharfe Aufschlüsselung der Straftaten existiert in der frei verfügbaren PKS nicht. Seriöse Aussagen sind deshalb nur auf Stadt-, Revier- oder Brennpunktebene möglich.

Was dich erwartet

Wie viele Straftaten gab es 2025 in Frankfurt?

Im Jahr 2025 hat die Polizei in Frankfurt am Main insgesamt 113.603 Straftaten[1] erfasst. Das sind 336 Fälle mehr als im Vorjahr (113.267 im Jahr 2024), ein minimaler Anstieg um 0,3 Prozent. Die Gesamtkriminalität bewegt sich damit seit Jahren in einem engen Korridor um die 113.000 bis 115.000 Fälle, abgesehen von den Corona-Jahren 2020 und 2021, in denen die Zahlen deutlich einbrachen.

Aussagekräftiger als die reine Fallzahl ist die Häufigkeitszahl, also die Zahl der Straftaten je 100.000 Einwohner. Sie lag 2025 bei 14.624[1] und ist gegenüber 2024 (rund 14.600) praktisch unverändert. Der Wert klingt hoch, ist für eine große Metropole mit Hauptbahnhof, Flughafen, Messe und Bankenviertel aber typisch: Tagsüber halten sich weit mehr Menschen in Frankfurt auf, als dort gemeldet sind, und jede ihrer Taten zählt in die Statistik, obwohl sie in der Einwohnerzahl gar nicht auftauchen.

Die Aufklärungsquote lag 2025 bei 62,5 Prozent[1], also 1,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert von 63,7 Prozent. Im bundesweiten Vergleich der Großstädte ist das ein solider Wert. Die amtlich gemeldete Einwohnerzahl Frankfurts stieg im selben Zeitraum auf 776.843.[1]

JahrStraftaten gesamtJe 100.000 EinwohnerAufklärungsquote
2025113.60314.62462,5
2024113.26714.60063,7
2023114.969k. A.64,5
2022109.04714.363k. A.
202196.449k. A.k. A.
2020102.87913.47968,0
2019114.42115.19469,2

Frankfurt gesamt, Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Frankfurt. „k. A.“ bedeutet, dass uns für dieses Jahr kein gesicherter Einzelwert vorlag. Quellen: Polizei Hessen[1], BMI/BKA[5].

Die häufigsten Delikte in Frankfurt

Wie fast überall in Deutschland macht der Diebstahl auch in Frankfurt den größten Block aus, gefolgt von Betrug und den Rohheitsdelikten, zu denen Raub, Körperverletzung, Bedrohung und Nötigung gehören. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Deliktgruppen für das gesamte Stadtgebiet 2025. Den Diebstahl insgesamt weist die PKS-Kurzfassung nur als Veränderung aus (plus 0,7 Prozent), die absolute Zahl liegt bei rund 33.500 Fällen.

Delikt (Frankfurt gesamt)Fälle 2025Veränderung ggü. 2024
Vermögens- und Fälschungsdelikte20.030+2,2 %
Diebstahl insgesamtca. 33.500+0,7 %
Betrug15.707+2,2 %
Rohheitsdelikte (inkl. Raub, Körperverletzung, Bedrohung)15.478+8,6 %
Körperverletzung insgesamt10.478+9,1 %
Fahrraddiebstahl4.017-1,4 %
Rauschgiftdelikte4.152-25,8 %
Gefährliche und schwere Körperverletzung3.620+7,9 %
Taschendiebstahl2.433-22,7 %
Wohnungseinbruchdiebstahl1.333+26,6 %
Straßenraub564-13,8 %
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung1.772+9,2 %
Straftaten gegen das Leben97-12,8 %

Was hinter den Zahlen steckt, gerade mit Blick auf einen Wohn- und Universitätsstadtteil wie Bockenheim:

  • Diebstahl bleibt das Alltagsdelikt. Der Taschendiebstahl ging 2025 stadtweit deutlich zurück (minus 22,7 Prozent auf 2.433 Fälle), die Brennpunkte liegen laut Polizei vor allem in der Innenstadt, im Bahnhofsviertel und in Sachsenhausen, nicht in Bockenheim.[1] Der Fahrraddiebstahl ist mit 4.017 Fällen das Delikt, das Studenten und Pendler in Bockenheim am ehesten treffen dürfte, schon weil rund um die Bockenheimer Warte und die Uni extrem viele Räder abgestellt werden.
  • Gewalt nimmt zu. Die Körperverletzungsdelikte stiegen 2025 um 9,1 Prozent auf 10.478 Fälle, die gefährliche und schwere Körperverletzung um 7,9 Prozent auf 3.620 Fälle.[1] Die Aufklärungsquote ist bei Körperverletzung mit 81,7 Prozent allerdings hoch, weil sich Täter und Opfer oft kennen.
  • Wohnungseinbruch zieht stark an. 1.333 Wohnungseinbrüche bedeuten ein Plus von 26,6 Prozent gegenüber 2024.[1] Die Polizei führt das auf weniger Homeoffice und die Rückkehr reisender Täter zurück. Die Aufklärungsquote liegt hier nur bei 11,9 Prozent. Für die dicht bebauten Altbauquartiere in Bockenheim ist das die relevanteste Entwicklung.
  • Rauschgift sinkt wegen der Cannabis-Teillegalisierung. Die Rauschgiftdelikte fielen 2025 um 25,8 Prozent auf einen historischen Tiefststand von 4.152 Fällen, weil der Besitz kleiner Mengen Cannabis seit April 2024 straffrei ist.[1]

Wie sicher ist Bockenheim im Stadtvergleich?

Hier muss man ehrlich bleiben: Eine offizielle Rangliste der Frankfurter Stadtteile nach Kriminalität gibt es nicht, weil die Polizei diese Daten nicht stadtteilscharf veröffentlicht. Was sich seriös sagen lässt, stützt sich auf die von der Polizei benannten Brennpunkte. Die liegen 2025 klar im Bahnhofsviertel, in der Innenstadt und in Sachsenhausen, bei einzelnen Delikten auch in Höchst und Bornheim.[1] Bockenheim taucht in den Brennpunkt-Beschreibungen der PKS nicht als Schwerpunkt auf.

Das passt zum Charakter des Stadtteils. Bockenheim ist mit rund 45.500 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) der drittgrößte Stadtteil Frankfurts[2] und ein klassisches gemischtes Wohn-, Studenten- und Geschäftsviertel ohne die Drogen- und Szeneprobleme des Bahnhofsumfelds. Belebte Achsen wie die Leipziger Straße und der Bereich um die Bockenheimer Warte bringen naturgemäß Ladendiebstahl, Fahrraddiebstahl und gelegentliche nächtliche Auseinandersetzungen mit sich, also typische Delikte eines frequentierten Innenstadtrandbezirks, nicht die schwere Gewalt- oder Drogenkriminalität der Hotspots.

Zur Einordnung der Frankfurter Häufigkeitszahl hilft der Blick über die Stadtgrenze. Hier ein Vergleich mit benachbarten Großstädten und dem Land Hessen, jeweils Straftaten je 100.000 Einwohner:

GebietStraftatenJe 100.000 EinwohnerAufklärung
Frankfurt am Main113.60314.62462,5 %
Offenbach am Main (Stadt)ca. 15.700ca. 11.700k. A.
Wiesbadenca. 32.000ca. 11.300k. A.
Hessen gesamtca. 372.000ca. 5.88064,0 %

Werte für Offenbach, Wiesbaden und Hessen sind gerundete Näherungen aus der PKS Hessen und dienen nur der Größeneinordnung.[5] Frankfurts hoher Wert ist stark vom Pendler-, Messe- und Bahnhofsaufkommen geprägt.

Frankfurt liegt mit 14.624 Straftaten je 100.000 Einwohner deutlich über dem hessischen Landesschnitt. Das ist für die größte Stadt des Landes erwartbar und sagt nichts über das tatsächliche Risiko in einem ruhigen Wohnstraßenzug aus. Wer in Bockenheim eine Wohnung sucht, sollte die Sicherheitslage ohnehin im Zusammenhang mit Mieten und Lebenshaltungskosten betrachten.

Kriminalität in Frankfurt im Zeitverlauf

Über die letzten Jahre zeigt sich ein deutliches Muster: ein Corona-bedingter Einbruch 2020 und 2021, danach die Rückkehr auf das Vorkrisenniveau. 2019 registrierte die Frankfurter Polizei 114.421 Straftaten, 2021 nur 96.449, den niedrigsten Stand seit zwei Jahrzehnten.[4] Seit 2023 liegen die Werte wieder stabil bei rund 113.000 bis 115.000 Fällen.

0k30k60k90k120k114.4212019102.879202096.4492021109.0472022114.9692023113.2672024113.6032025

Erfasste Straftaten im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main pro Jahr. Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik, Polizei Hessen.

Bemerkenswert ist, dass die Gesamtzahl trotz wachsender Bevölkerung nicht weiter steigt. Da Frankfurt jedes Jahr Einwohner gewinnt, ist die Häufigkeitszahl pro Kopf 2025 mit 14.624 sogar niedriger als 2019 (15.194).[4] Pro Kopf ist Frankfurt also nicht unsicherer geworden. Die Verschiebung findet eher innerhalb der Deliktarten statt: weniger Drogen- und Taschendiebstahlsfälle, dafür mehr Gewalt und mehr Wohnungseinbrüche.

Wer sind die Tatverdächtigen in Frankfurt?

Hinweis zur Datenebene

Die folgenden Tatverdächtigen-Zahlen gelten für ganz Frankfurt, nicht für Bockenheim. Die Polizei Hessen veröffentlicht keine stadtteilbezogene Tatverdächtigenstatistik. Die berlinweit oder stadtweit üblichen Anteile lassen sich nicht eins zu eins auf einen einzelnen Stadtteil übertragen.

2025 hat die Frankfurter Polizei 49.803 Tatverdächtige ermittelt[1], 3,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Davon waren 71,9 Prozent männlich. Die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren sank überdurchschnittlich stark um 14,5 Prozent auf 6.630.

Kategorie (Frankfurt gesamt)Anzahl 2025ggü. 2024
Tatverdächtige insgesamt49.803-3,7 %
davon männlich37.067 (71,9 %)-2,1 %
davon weiblich14.647 (28,1 %)-3,5 %
über 21 Jahre43.173 (86,7 %)-1,8 %
unter 21 Jahre6.630 (13,3 %)-14,5 %
deutsche Tatverdächtige15.309+3,7 %
nichtdeutsche Tatverdächtige34.494 (69,3 %)-6,6 %

Deutsche und nichtdeutsche Tatverdächtige

Von den 49.803 Tatverdächtigen waren 2025 stadtweit 34.494 nichtdeutsche Staatsangehörige, das entspricht einem Anteil von 69,3 Prozent (minus 2,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr).[1] Diese Zahl ist erklärungsbedürftig und darf nicht ohne Einordnung weitergegeben werden.

Rechnet man die ausländerrechtlichen Verstöße heraus, also Aufenthalts- und ähnliche Delikte, die nur Nichtdeutsche überhaupt begehen können, sinkt der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger auf 57,0 Prozent.[1] Auch dieser Wert lässt sich nicht direkt auf Bockenheim übertragen, weil Frankfurts Häufigkeitszahl stark vom Hauptbahnhof, vom Flughafen und vom Messe- und Pendlerverkehr geprägt ist, also von Menschen, die gar nicht in der Stadt wohnen.

Wichtige methodische Einschränkungen

Diese Punkte sollte man kennen, bevor man mit den Zahlen argumentiert:

  • Tatverdächtige sind keine verurteilten Täter. Die PKS erfasst Verdachtsfälle nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen.[5] Bis zum Urteil gilt jeder Tatverdächtige als unschuldig.
  • „Nichtdeutsch“ bezeichnet die Staatsangehörigkeit, nicht den Migrationshintergrund. Ein in Frankfurt geborener Mensch mit deutschem Pass zählt als deutscher Tatverdächtiger, auch wenn die Familie eingewandert ist. Eine Aufschlüsselung nach Migrationshintergrund gibt die PKS nicht her.
  • Touristen, Pendler und Reisende sind enthalten. Frankfurt ist ein Verkehrs- und Messeknoten. Wer als Durchreisender beim Ladendiebstahl erwischt wird, taucht in der Frankfurter Statistik auf, obwohl er ganz woanders wohnt. Das treibt sowohl die Häufigkeitszahl als auch den Nichtdeutschenanteil nach oben.
  • Demografische Effekte sind groß. Junge Männer sind die statistisch am stärksten belastete Gruppe. Da die nichtdeutsche Wohnbevölkerung im Schnitt jünger und männerlastiger ist, ergeben sich allein daraus rechnerisch höhere Anteile, ohne dass das etwas über einen einzelnen Menschen aussagt.
  • Anzeigeverhalten ist nicht neutral. Nicht jede Tat wird angezeigt. Die Quoten unterscheiden sich nach Delikt und Wohnumfeld und beeinflussen, was überhaupt in der Statistik landet.

Häufige Fragen zur Kriminalität in Bockenheim

Gibt es offizielle Kriminalitätszahlen speziell für Bockenheim?

Nein. Die Polizei Hessen veröffentlicht die Polizeiliche Kriminalstatistik nach Polizeipräsidien, nicht nach Stadtteilen. Bockenheim gehört zum 13. Polizeirevier, eine eigene Fallzahl für den Stadtteil wird in der frei zugänglichen Statistik nicht ausgewiesen.[3] Belastbare Zahlen gibt es nur für ganz Frankfurt.

Ist Bockenheim ein gefährlicher Stadtteil?

Nach allem, was die Polizei öffentlich benennt, nein. Die Frankfurter Kriminalitätsbrennpunkte liegen 2025 im Bahnhofsviertel, in der Innenstadt und in Sachsenhausen.[1] Bockenheim ist ein gemischtes Wohn- und Universitätsviertel, in dem vor allem Alltagsdelikte wie Fahrrad- und Ladendiebstahl eine Rolle spielen, nicht die schwere Drogen- oder Gewaltkriminalität der Hotspots.

Wie sicher ist Frankfurt insgesamt?

Frankfurt verzeichnete 2025 insgesamt 113.603 Straftaten und eine Häufigkeitszahl von 14.624 je 100.000 Einwohner.[1] Der Wert ist für eine Großstadt mit Bahnhof, Flughafen und Messe typisch und pro Kopf niedriger als noch 2019. Die Aufklärungsquote lag bei 62,5 Prozent.

Welches Delikt sollte man in Bockenheim am ehesten im Blick haben?

Den Fahrraddiebstahl. Stadtweit wurden 2025 rund 4.017 Fahrräder gestohlen[1], und an Knotenpunkten wie der Bockenheimer Warte und dem Uni-Umfeld stehen besonders viele Räder. Ein gutes Schloss und ein registrierter Rahmen sind die wirksamste Vorsorge. Mit Blick auf die stark steigenden Wohnungseinbrüche lohnt sich in Altbauten zudem eine Prüfung der Fenster- und Türsicherung.

Wie hat sich die Kriminalität in Frankfurt entwickelt?

Nach dem Corona-Tief 2021 (96.449 Fälle) ist die Gesamtzahl wieder auf das Vorkrisenniveau gestiegen und liegt seit 2023 stabil bei rund 113.000 bis 115.000 Straftaten pro Jahr.[4] Pro Kopf ist die Belastung wegen der wachsenden Bevölkerung leicht rückläufig.

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